Einsatzübung „Kreis“ vom 1. Mai 2012

Die Feuerwehr Unterägeri, unter der Leitung von Oblt  Beni Schnüriger, standen vor einer nicht alltäglichen Situation. Die 70 Feuerwehrfrauen- und männer  hatten mit einem Unfall eines ZVB Linienbusses und einem Wohnungsbrand zu kämpfen. 11 Personen mussten innert kürzester Zeit gerettet werden.

Am 1. Mai 2012 um 19.20 Uhr erreichte die Angehörigen der Feuerwehr Unterägeri der Alarm der Zuger Polizei mit der Meldung: „Verkehrsunfall mit ZVB Bus, Zugerstrasse 26/Waldheimstrasse mit Verletzten und Brand Zugerstrasse 26“.

Als der Einsatzleiter, Leutnant Ruedi Plüss, am Einsatzort eintraf, erkundete er die Unfallstelle und die Gebäude und musste feststellen, dass sich im rauchüberfüllten Bus noch sechs Personen befanden und sich auf dem Balkon des Hauses Bewohner mit Handzeichen und Hilferufen bemerkbar machten. Plüss reagierte sehr gut und bot sofort die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Zug mit der Autodrehleiter zu Unterstützung auf. Der Chauffeur des Busses irrte ziellos auf der Strasse umher und wurde sofort dem Sanitätsdienst übergeben. DerChauffeur des Landrovers mit Anhänger (beladen mit Benzin), welcher in den Bus geknallt war, hatte einen Schock erlitten. Um 19.26 Uhr ist bereits das Tanklöschfahrzeug am Brandplatz eingetroffen und zugleich auch das Atemschutzfahrzeug. Um 19.30 Uhr wird ab der Lorze mit zwei Motorspritzen Wasser angesaugt, um das Tanklöschfahrzeug und die Strahlrohre sofort mit Wasser zu versorgen. Es treffen immer mehr Feuerwehrangehörige ein und warten auf ihren Befehl vom Einsatzleiter. Der Verkehr wird umgeleitet, so dass die Zugerstrasse verkehrsfrei bleibt. Bei einem solchen Ereignis gibt es auch immer viele  Schaulustige, die sich das Ganze von sehr nahe anschauen wollen. Der Brandplatz wurde somit sehr grossflächig abgesperrt, um die Sicherheit der Feuerwehr und der anderen zu gewährleisten. Am Unfallort wurde sofort ein 3-facher Brandschutz aufgezogen, da sich auf dem Anhänger des Landrovers Fässer mit Benzin und mutmasslich chemischen Stoffen befanden. Bei einem Verkehrsunfall wird automatisch ein 3-facher Brandschutz aufgezogen, mit Wasser, Schaum und Pulver, den es muss immer mit einem Feuerausbruch oder einer Explosion gerechnet werden , bei welcher dann sofort eingegriffen werden kann. Um 19.35 Uhr traf die Autodrehleiter der FFZ, und machte sich sofort daran, Personen im zweiten und dritten Stock zu retten. Mittels eines Lüfters wurde das Treppenhaus vom Rauch befreit.

Ziel der Übung

Das Ziel der Übung war, dass sich die Offiziere mit den Aufgaben des Einsatzleiters vertraut machen, sich mit der Problemerfassung auseinandersetzen und die Mannschaft sowie das Material dem Schadenereignis angepasst einsetzen und die Übung nach Reglement durchführen. Die Einsatzübung und deren Ablauf sollte korrekt nach Einsatztaktik und technik befehligt werden, die Rettungen effizient ausgeführt und die Gefahren erkannt werden. Die Gesamtbeurteilung des Übungsleiters, Oblt Beni Schnüriger: „Die Übung wurde zur vollsten Zufriedenheit erfüllt, so wie ich es mir vorgestellt habe. Ich bin zufrieden“, so Schnüriger.

Zum Schluss bedankte sich Übungsleiter Oblt Beni Schnüriger bei den Inspizienten und der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Zug für die tatkräftige Unterstützung. Es ist wichtig, dass man bei einer solch grossen Übung bewusst Inspizienten von anderen Gemeindefeuerwehren auswählt, die die Übung aus einem grösseren Blickwinkel heraus konstruktiv und sachlich beurteilen können.

Zum Schluss dankte Kommandant Hptm Enzo Serratore dem Übungsleiter Beni Schnüriger  und seinen Helfern für die sehr gut vorbereitete und durchdachte interessante Übung. Zum Schluss der Übung wurden drei Feuerwehrmänner Reto Casutt, Martin Heinrich zu Korporälen und Ruedi Schilling zum Leutnant befördert. Diese drei Feuerwehrangehörigen haben im April die Unteroffiziersausbildung in Cham- bzw. die Offiziersausbildung in Vitznau mit Erfolg bestanden. Die offizielle Beförderung wird anlässlich des Jahresschlussrapportes am 24. November 2012 in der Ägerihalle stattfinden.

Interview mit Pascal (verletztes Kind im Bus): 

FW: Hat dir die Übung gefallen?

Pascal: Ich sass im Bus und habe mich am Fuss verletzt. Ich wurde sofort von der Feuerwehr gerettet und die Sanitätsfrau hat mich dann dahin gebracht, wo es noch mehr Verletzte hatte. Ich fühlte mich sehr professionell betreut.

Feuerwehr Unterägeri
Marcel Wicky